Walter Krämer
So lügt man mit Statistik
Piper Verlag
Schon Churchill behauptete, er glaube nur jener Statistik, welche er selbst gefälscht habe. Wie leicht und mit welchen Methoden das funktioniert zeigt Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund, in seinem Buch eindrucksvoll auf. So erklärt Krämer auf amüsante Weise und mit guten Beispielen wie man mit unseriösen Methoden aufzeigen kann, dass z.B. Fluglärm Aids oder Bergsteigen Karies erzeugt, er entlarvt die „betrügerische Basis“ und erklärt „manipulierte Mittelwerte“. Er zeigt wie man mit Hilfe von Grafiken schlechte Umsätze und magere Renditen nach oben manipulieren kann. Genaue Vorkenntnisse sind nicht notwendig, das Beherrschen der Grundrechnungsarten genügt.
Schon allein aus Selbstschutz sehr empfehlenswert und vielleicht müssen Sie ja selbst mal einige Daten ein bisschen „aufpeppen“.
Edmond Marc & Dominique Picard
Bateson, Watzlawick und die Schule von Palo Alto
Philo Verlag
Viele in der Kommunikationstheorie und therapeutischen Praxis heute nahezu selbstverständlichen Begriffe wie paradoxe Intervention, double bind Hypothese oder Beziehungsebene stammen von der Schule von Palo Alto.
Hinter der Schule von Palo Alto, deren bekannteste Vertreter Gregory Bateson, Virginia Satir und Paul Watzlawick sind, verbirgt sich eine Gruppe von Forschen aus unterschiedlichen Disziplinen, welche rein äußerlich verbindet, dass sie alle einmal in Palo Alto – einem Vorort San Franciscos – gearbeitet haben. Die Forscher dieser Gruppe orientierten sich an drei großen Themen: einer Theorie der Kommunikation, einer Methodologie des Wandels und einer therapeutischen Praxis. Ihre Gemeinsamkeit basiert auf einem systemischen Ansatz, welcher sowohl die Kommunikationstheorie als auch die therapeutischen Techniken prägt.
Die beiden französischen Psychologen fassen die Forschungen der Schule von Palo Alto bis zum Ende der siebziger Jahre in kompakter leicht lesbarer Form zusammen. Einziges Manko des ansonsten ausgezeichneten Werkes ist das fehlende Stichwortverzeichnis.
Das konstruktive Gespräch – ein Leitfaden für Beratung,
Unterricht und Mitarbeiterführung mit Konzepten der Transaktionsanalyse
Manfred Gührs, Claus Nowak
Limmer Verlag
Wenn ein Buch über Transaktionsanalyse, welches noch dazu bei einem kleinem Verlag erschienen ist, bereits seine 6. Auflage erreicht spricht diese Tatsache ja bereits für sich. Es gelingt den beiden Autoren hervorragend ihre Erfahrungen aus der Praxis in dieses Buch einfließen zu lassen. Obwohl die Wissensvermittlung auf sehr hohem Niveau erfolgt, ist das gesamte Buch sehr gut zu lesen und es fehlt auch der sonst bei Büchern dieser Art durchaus verbreitete moralisierende Unterton.
Inhaltlich deckt das Buch mit Ausnahme der Skripttheorie alle wichtigen Modelle der Transaktionsanalyse, mit dem Bezugsschwerpunkt Gesprächsführung, sehr gut ab. Aber auch wer sich nur schnell zu einem Thema schlau machen möchte ist mit dem Werk gut beraten, da alle Kapitel in sich abgeschlossen sind. Speziell die zwei Kapitel über Psychospiele und Passivität sind die besten und kompaktesten Darstellungen dieser Themen in der deutschen TA-Literatur. Ein Glossar mit den wichtigsten TA-Begriffen hilft zusätzlich bei der schnellen Orientierung.
Sowohl als Einführung in die Transaktionsanalyse, wie auch als Nachschlagewerk unbedingt empfehlenswert.
Michaela Stemplinger, Sandra Haase, Alexander Thomas
Beruflich in der Slowakei
Vandenhoeck & Ruprecht
In Anlehnung an das Zitat des chinesischen Philosophen Sun Tsu: „ Nur wer den Gegner und sich selbst gut kennt, kann in 1000 Schlachten siegreich sein.“, wird in „Beruflich in der Slowakei“ sowohl auf Besonderheiten des deutschen als auch des slowakischen Orientierungssystems eingegangen.
Das im Buch vorgestellte Trainingsprogramm gehört zur Gattung des Culture Assimilator, auch „Intercultural Sensitizer“ genannt. Ziel ist Deutsche, die mit Slowaken beruflich zu tun haben, für kulturelle Unterschiede zu sensibilisieren, ihnen das Verstehen der Verschiedenheiten der deutschen und slowakischen Kultur zu erleichtern und Wege aufzuzeigen, wie diese überbrückt werden können.
Die Basis bildet im Wesentlichen das Konzept der Kulturstandards, das eine sehr gute Möglichkeit darstellt, die Komplexität einer Kultur angemessen zu beschreiben und zu vermitteln. Es wird auf alltägliche, kulturell problematisch empfundene deutsch-slowakische Begegnungssituationen eingegangen, die in 8 unterschiedliche Themenbereiche geteilt werden, wobei jeder Themenblock einen Kulturstandard behandelt. Zu jedem Beispiel werden vier Erklärungsalternativen geliefert, die dabei helfen sollen das jeweilige Verhalten kulturadäquat zu analysieren. Der Leser erhält konkrete Informationen über die kulturellen Hinter- und Beweggründe in der entsprechenden Situation. Die Autoren legen jedoch großen Wert darauf, dass die jeweiligen Lösungsvorschläge als Anregung und nicht als Patentrezept gesehen werden.
Insgesamt gelingt es den Autoren den Leser für kulturelle Unterschiede zu sensibilisieren und auf das Auftreten möglicher Probleme in der Zusammenarbeit mit Slowaken vorzubereiten. Grundsätzlich richtet sich „Beruflich in der Slowakei“ an den deutschen Leser, einen wertvollen Einblick welche Missverständnisse, Überraschungen und Konflikte auftreten können, bekommt man jedoch auch als Nicht-Deutscher.